1. Männermannschaft » Sachsenliga · Saison 2022/2023

Zwickau abgezockt: HSV scheidet im Pokal aus

Landskron-Pokal Sachsen Viertelfinale | Samstag, 9. April 2022
HSV Weinböhla - ZHC Grubenlampe | 31:33 (14:16)

Veröffentlicht am Sonntag, 10. April 2022 · Autor: Uta Büttner

Im Pokal-Viertelfinale kommt das Stopp-Zeichen für den HSV. Der Sachsenliga-Spitzenreiter ist etwas besser.

Pokal gegen Grubenlampe-Bild 5

René Boese

Der Traum des HSV Weinböhla vom Gewinn des Landskron-Pokals Sachsen ist ausgeträumt. Im Viertelfinale schied das Team des Trainergespanns Martin Kovar/Nils Gäbler gegen den Zwickauer HC Grubenlampe aus. Das 31:33 (14:16) geht in Ordnung, denn der Sachsenliga-Spitzenreiter stellte sich in der Nassauhalle als abgezockte, technisch hervorragende Mannschaft vor. Allerdings war der HSV keinesfalls chancenlos. Am Ende entschieden Kleinigkeiten, vor allem aber die ausgeglichenere Besetzung der Westsachsen die Partie.

Dabei begann das Spiel aus Sicht der Gastgeber stark. Gino Löffler parierte in den ersten drei Minuten dreimal hervorragend gegen die Zwickauer, die zunächst nervös wirkten. Mehr als auf 2:0 konnte der HSV aber nicht davonziehen, weil bereits in dieser Phase eine gewisse Nachlässigkeit beim Abschluss zu beobachten war, 100-rozentige Chancen liegengelassen wurden.

Vom 2:2 in der siebten Minute an entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Der HSV schaffte immer wieder die Führung, kam aber nicht entscheidend weg, weil es nach dem starken Start auch Löffler und später Justin Lindner im Tor nicht mehr gelang, die Würfe der Gegner zu parieren. Ab der 25. Minute kippte das Spiel zugunsten der Gäste, die, immer wieder angetrieben vom überragenden Spielmacher und neunfachen Schützen Adam Krejcirik, nun jeden Fehler des HSV abgezockt nutzten.

Im gleichen Atemzug riss aber auch das zuvor ordentliche Zusammenspiel der Weinböhlaer. Immer wieder versuchte man es über die linke Seite, auf der im Rückraum Tobias Sperling und auf Außen Felix Marx zwar für Betrieb sorgten, sich aber zunehmend weniger durchsetzen konnten. Deutlich wurde von diesem Zeitpunkt an, dass die mitentscheidenden Positionen Rückraum Mitte und Kreis an diesem Tag nicht entsprechend gut besetzt waren. So mangelte es den Weinböhlaern an Kreativität und Gefährlichkeit.

Das zeigte sich noch verstärkter nach der Pause. Zwar kam der HSV bis zur 40. Minute noch einmal heran, schaffte beim 19:19 und 20:20 noch zweimal den Ausgleich. Danach aber war es mit der Herrlichkeit vorbei. Mit Einzelaktionen versuchten die Gastgeber das Blatt noch zu wenden, doch auch das klappte an diesem Tag nicht. Selbst mit einer kompletten Manndeckung kamen die Zwickauer gut zurecht und machten dank ihrer Schnelligkeit noch Tore. Der aufopferungsvolle Kampf wurde wenigstens noch mit einem vertretbaren Zwei-Tore-Rückstand belohnt, nachdem es in der 57. Minute sogar fünf Tore Differenz waren (26:31).

„Das Problem war, dass wir zu viel liegengelassen haben. Und hintenraus fehlte uns der Rückhalt der Torhüter. Es waren zu viele einfache Tore“, begründete Nils Gäbler kurz nach dem Spiel die Niederlage. Martin Kovar gratulierte den Zwickauern, „man muss anerkennen, dass sie ihre Qualität heute voll auf das Parkett brachten. Trotzdem hatten beide Trainer das Gefühl, dass „etwas gegangen wäre. Es fehlte mir heute ein bisschen der Glaube der Mannschaft, dass wir es schaffen können.“ So habe die Verbissenheit der vergangenen Spiele gefehlt. „Uns hat immer wieder zurückgeworfen, dass trotz unserer soliden Abwehr die Gegner immer wieder einfache Tore gemacht haben. In so einem Spiel muss bei jedem Spieler die Leistung stimmen, sonst hast du keine Chance.“

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Spiel: Der HSV kann auch gegen Zwickau mithalten. Um diesen Gegner zu bezwingen, muss aber alles passen, was an diesem Abend leider nicht der Fall war. Die Chance zur Revanche gibt es am 1. Mai, wenn es am letzten Punktspieltag in der Nassauhalle zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden besten Sachsenliga-Teams kommt.

Der HSV spielte mit: Gino Löffler, Justin Lindner (beide Tor), René Boese (9/7), Tobias Sperling (7), Felix Marx (6), Aurelius Stankevicius (4), Marcel Weig (4), Steve Horky (1), Robin Gaida, Gian-Luca Herrmann, Felix Just, Ben Leuteritz, Denny Mertig, Danny Nguyen