Männliche B-Jugend » Sachsenliga · Saison 2019/20

Respektabler Auftritt

Qualifikation zur Mitteldeutschen Bestenermittlung | Sonntag, 19. Januar 2020
HSV Weinböhla gegen NSG EHV/Nickelhütte Aue, SC DHfK Leipzig und HC Elbflorenz

Veröffentlicht am Freitag, 24. Januar 2020 · Autor: Uta Büttner

Erstmals nahm eine HSV-Mannschaft an der Qualifikation für die Mitteldeutsche Bestenermittlung teil. Trotz dreier Niederlagen war das Turnier ein Erfolg.

web_20200119_181400

Das Team: Foto: Uta Büttner

Nicht gesiegt und doch gewonnen: Die männliche B-Jugend des HSV Weinböhla hat bei ihrer ersten Teilnahme an der Quali­fi­ka­tion zur Mittel­deut­schen Meis­ter­schaft überzeugt und sich für ihren coura­gierten Auftritt in der Dresdner Ball­sport­Arena viel Lob verdient und neue Sympa­thien erar­beitet. Das Team von Trainer Martin Kovar musste gegen die am Vierer­tur­nier teil­neh­menden Leis­tungs­zen­tren NSG EHV/Nickelhütte Aue (19:21), SC DHfK Leipzig (11:29) und HC Elbflo­renz 2006 Dresden (30:22) zwar ausnahmslos Nieder­lagen einste­cken, doch war der Auftritt eines Turnier­teil­neh­mers würdig.

Besonders gegen Aue glänzte das im Gegensatz zu den drei Hoch­ka­rä­tern lediglich mit zwölf Spielern – darunter drei Torhüter – ange­reiste HSV-Team. Der große Favorit aus dem Erzge­birge traute ob der Spiel­stärke und Kampf­kraft der Wein­böhlaer seinen Augen nicht und war zeitweise völlig verun­si­chert. Ein exzellent haltender Lucas Schmidt im Tor raubte ihnen den Nerv. Egal, was Aue machte, der HSV hatte zumeist eine Lösung parat und führte in der auf zwei mal 20 Minuten ange­setzten Begegnung nach 29 Minuten mit drei Treffern (16:13). Aue stellte auf eine komplett offensive Deckung um, was den Spiel­faden des HSV reißen ließ. Vier Minuten lang gelang kein eigener Treffer, die Erzge­birger kamen Tor um Tor heran und schafften beim 18:18 vier Minuten vor dem Ende der Ausgleich. Als Philipp Heyne beim 19:19 in der 39. Minute eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt und Aue den folgenden Strafwurf verwan­delte, war das die Vorent­schei­dung. In Unterzahl gelang der in jedem Fall verdiente Ausgleich nicht mehr.

Die HSV-Jungs waren nieder­ge­schlagen und depri­miert. Kovar versuchte zwar, sie in der 25-minütigen Pause bis zum DHfK-Spiel aufzu­mun­tern und neu zu moti­vieren, doch der Dampf war erst einmal raus. Zumal die Leipziger gewarnt waren und von der ersten Minute an keinerlei Zweifel darüber aufkommen ließen, wer der Sieger sein wird. Um bei dem kräf­te­zeh­renden Programm einige Körner zu sparen, wechselte Kovar munter durch, sodass alle Spieler ihre Einsatz­zeiten bekamen. Dabei konnten sie erleben, wie groß der Unter­schied zwischen einem Leis­tungs­zen­trum und einem kleinen Verein ist. Eine Erfahrung, die viel­leicht auch positive Wirkung haben kann.

Gegen den HC Elbflo­renz, der noch unge­schlagen die Sachsenliga-Tabelle anführt, versuchten die Wein­böhlaer noch einmal alles. Erneut konnten sie sich dabei auf den glänzend aufge­legten Lucas Schmidt verlassen. Bis zur Pause reichten die letzten Kräfte beim HSV und man führte mit 14:13. Dann aber stellte auch Elbflo­renz auf eine komplette Mann­de­ckung um. Das war ange­sichts der zuvor bereits absol­vierten 100 Spiel­mi­nuten zu viel. Der HSV ging wort­wört­lich stehend k.o.

Was bleibt, sind viele wertvolle Erfah­rungen, die die Kovar-Schützlinge noch in der Kabine selbst benannten. Kondition und Kraft waren zwei immer wieder­keh­rende Schlag­wörter. Dinge, die durch ein noch inten­si­veres Trai­nings­pensum aufzu­holen sind. Die Erkenntnis, dass man Aue am Rand einer Nieder­lage hatte und auch gegen Elbflo­renz lange Zeit auf Augenhöhe war, sind für das Selbst­be­wusst­sein gut und wichtig. Vor allem aber auch, dass man als Team zu keinem Zeitpunkt ausein­an­der­fiel und mit Kampf ordent­lich dagegen hielt, sollte für die anste­henden Aufgaben Mut machen.

Der HSV spielte mit: Franz Horn, Konrad Rost, Lucas Schmidt (alle Tor), Carlos Lorenz (14), Ben Leuteritz (12/2), Luca Schumann (10/5), Philipp Heyne (8), Ron Karnatz (4), Alwin Nitsche (2), Simon Voss (2), Sebastian Damme, Linus Duroldt