Männliche B-Jugend » Sachsenliga · Saison 2019/20

Ein Sieg für das Vereins-Geschichtsbuch

9. Spielttag | Samstag, 14. Dezember 2019
HSV Weinböhla gegen HSV Dresden | 30:20 (14:11)

Veröffentlicht am Montag, 16. Dezember 2019 · Autor: Uta Büttner

Die männliche B-Jugend des HSV Weinböhla hat ein neues Kapitel in der Vereins-Chronik aufgeschlagen. Erstmals schafft ein HSV-Team die Qualifikationsrunde zur mitteldeutschen Bestenermittlung.

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30:20 (14:11) gegen den HSV Dresden: Die B-Jugend des HSV Weinböhla hat im letzten Punkt­spiel des Jahres ihr vorläu­figes Gesel­len­stück abge­lie­fert und mit der Top-4-Platzierung in der Sach­sen­liga den Sprung in die Quali­fi­ka­tion zur mittel­deut­schen Besten­er­mitt­lung am 18. Januar geschafft. 12:6 Zähler nach neun Spielen – das hat es in dieser höchsten Spiel­klasse des Frei­staates noch nie für eine HSV-Mannschaft gegeben. Und die Entwick­lung der Spieler von Trainer Martin Kovar ist noch längst nicht am Ende.

Die Konstel­la­tion vor dem Spiel gegen Dresden war klar: Gelingt ein Sieg gegen den punkt­glei­chen Tabel­len­nach­barn, ist man sicher unter den besten Vier, bei einem Unent­schieden hätte man Schüt­zen­hilfe anderer Vereine gebraucht. Ein Sieg der Gäste hätte diese in die Quali­fi­ka­tion gebracht. Die Wein­böhlaer Jungs hatten drei Wochen auf das Spiel hinge­ar­beitet. Kovar versuchte ihnen vor dem Anpfiff etwas die Nervo­sität und den selbst­auf­er­legten Druck zu nehmen.

Es gelang zunächst nur bedingt. Weil die Dresdner vom Anpfiff weg extrem offensiv vertei­digten, zunächst die beiden Torschützen vom Dienst, Ben Leuteritz und Carlos Lorenz auf den Halb­po­si­tionen in Mann­de­ckung nahmen, wenig später dann auch noch Regisseur Luca Schumann. Damit stockte zunächst das Angriffs­spiel der Gastgeber. Dank einer diszi­pli­niert arbei­tenden Deckung kamen die Dresdner aber nicht wie gewünscht davon, der Vorsprung betrug maximal zwei Tore. In der 15. Minute reagierte Kovar, gab seinen Schütz­lingen taktische Tipps für das eigene Angriffs­spiel. Es war die spiel­ent­schei­dende Minute. Von nun an rollte der Wein­böhlaer Zug unter Volldampf und unauf­haltsam Richtung gegne­ri­sches Gehäuse. Aus einem 7:9 wurde bis zur Pause ein 14:11, wobei den Gästen acht Minuten lang kein eigener Treffer gelang. Die Bissig­keit der Wein­böhlaer Abwehr, das aufop­fe­rungs­volle Verschieben und Übergeben brachte Dresden völlig aus dem Konzept.

In der Pause appel­lierte Kovar, im Deckungs­ver­halten nicht nach­zu­lassen und vorn mit Wucht in die sich auftu­enden Lücken zu stoßen. Und die Spieler beher­zigten das. Egal was die stark kämp­fenden Dresdner versuchten, die Gastgeber hatten immer eine Lösung. Ein derartig konzen­triertes Abwehr­ver­halten hatte man bis dahin von dieser Mann­schaft noch nicht gesehen. Und wenn doch etwas durch kam, wurde es oft zu einer Beute des wieder­ge­ne­senen Torhüters Lukas Schmidt. Gegen die Geschwin­dig­keit und Wucht der Wein­böhlaer Angreifer im 1:1 hatte die zunehmend konster­niert wirkende Dresdner Abwehr nichts Gleich­bares entge­gen­zu­setzen. So ging der Sieg auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

Die Zeit über die Feiertag dürfen die Jungs nutzen, sich über ihre starke Hinrunde zu freuen. Doch es ist erst Halbzeit. Von nun an ist der HSV in den meisten Spielen in der Favo­ri­ten­rolle. Damit muss man zum einen umgehen können, zum anderen dieser Rolle auch gerecht werden. Dazu ist weiter eine konzen­trierte Trai­nings­ar­beit nötig. Es wäre peinlich, wenn man diese hervor­ra­gende Ausgangs­po­si­tion durch Über­heb­lich­keit und Selbst­über­schät­zung verspielen würde. Wie man bereits in dem einen oder anderen Spiel gesehen hat, geht es nur mit 100prozentigem Einsatz. Die Chance, ein weiteres Erfolgs-Kapitel ins HSV-Geschichtsbuch zu schreiben, ist groß.

Der HSV spielte mit: Franz Horn, Konrad Rost, Lukas Schmidt (alle Tor), Carlos Lorenz (8), Ben Leuteritz (7), Philipp Heyna (6), Luca Schumann (5/2), Ron Karnatz (2), Simon Voß (2), Sebastian Damme, Alwin Nitsche, Philipp Schöbel, Artur Steinike