Männliche B-Jugend » Sachsenliga · Saison 2019/20

Charaktertest bestanden

10. Spieltag | Samstag, 11. Januar 2020
SV Koweg Görlitz gegen HSV Weinböhla | 21:23 (14:15)

Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2020 · Autor: Uta Büttner

Erheblich ersatzgeschwächt reiste der HSV Weinböhla nach Görlitz. Der Sieg war kaum zu erwarten.

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Die glorreichen Acht. Foto: Andreas Horn

Die männliche B-Jugend des HSV Weinböhla hat nach­ge­wiesen, dass ihr Platz in der Spit­zen­gruppe der Sach­sen­liga kein Zufall ist. Zum Beginn der Rückrunde kam das Team von Trainer Martin Kovar bei Koweg Görlitz zu einem 23:21 (15:14)-Erfolg und kletterte vor dem Quali­fi­ka­ti­ons­tur­nier zur Mittel­deut­schen Besten­er­mitt­lung auf Rang zwei. Es war ein Sieg, mit dem man ange­sichts der prekären Perso­nal­si­tua­tion nicht rechnen konnte. Wegen des fast zeit­gleich laufenden A-Jugend-Spiels und insgesamt sechs krankheits- und verlet­zungs­be­dingten Ausfällen war der HSV nur mit acht Spielern nach Görlitz gereist, von denen Luca Schumann ausschließ­lich bei Straf­würfen einge­setzt werden konnte. Torhüter Franz Horn agierte erstmals als Rechts­außen, zudem verletzte sich Linus Duroldt bereits in der Anfangs­phase und spielte danach sichtlich gehan­di­capt durch. Keine guten Voraus­set­zungen, die die enga­gierten Gastgeber für sich nutzen wollten.

Doch der HSV hatte Gegen­mittel. Man agierte kräf­te­spa­rend, verzich­tete weit­ge­hend auf schnelle Gegen­stöße, spielte die Angriffe lange aus und suchte damit die Lücken. Diese taten sich auf, weil vornehm­lich Philipp Heyne und Carlos Lorenz immer wieder zwei Gegen­spieler auf sich zogen. In der Abwehr arbeitete das in dieser Formation noch nie so zusammen aufge­lau­fene Team stark. Immer wieder wurden Görlitzer Würfe aus dem Rückraum geblockt, man half sich unter­ein­ander und bewies damit Teamgeist.

Der Wille, die gute Ausgangs­po­si­tion nach der Hinrunde nicht durch eine Nieder­lage beim Sachsenliga-Neuling kaputt zu machen, war in jeder Phase der Begegnung zu spüren. Auch als Koweg nach der Pause aggres­siver vertei­digte und sich die HSV-Spieler immer wieder fest­liefen, gab es kein Resi­gnieren. Im Gegenteil: Man suchte selbst­ständig nach Lösungen und fand sie, weil jeder an seine persön­li­chen Grenzen und darüber hinaus ging. In der umkämpften Schluss­phase erwies sich dann auch noch Torhüter Lucas Schmidt als der große Rückhalt, parierte reihen­weise die Würfe der stark kämp­fenden Görlitzer. Damit gab er seinen Vorder­leuten die Sicher­heit, die sie brauchten, um den knappen Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen.

Fazit: Der HSV hat den Charak­ter­test bestanden. Teamgeist gepaart mit Selbst­be­wusst­sein und indi­vi­du­eller Klasse brachten den kaum für möglich gehal­tenen Erfolg, der dem Team weiter Sicher­heit verleihen sollte.

 

Der HSV spielte mit: Lucas Schmidt (Tor), Philipp Heyne (8), Carlos Lorenz (8), Simon Voss (3), Linus Duroldt (1), Franz Horn (1), Luca Schumann (1/1), Artur Steinicke (1)