Männliche A-Jugend » Sachsenliga · Saison 2019/20

Haftmittelverbot offenbart Angriffsprobleme

12. Spieltag | Samstag, 13. Januar 2019
HC Fraureuth gegen HSV Weinböhla | 30:16 (14:7)

Veröffentlicht am Freitag, 1. Februar 2019 · Autor: Uta Büttner

Nach den beiden Erfolgen gegen Plauen wollte die männliche A-Jugend des HSV Weinböhla auch in Fraureuth den Aufwärtstrend fortsetzen. Angesichts von personellen Sorgen sowie Problemen wegen des Haftmittelverbots in der dortigen Halle wurde dieser aber gebremst.

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Bester Werfer Jonas Werner. Foto: Kai Stiegel

Wenn es noch einer Erklärung für die schwan­kenden Leis­tungen der männ­li­chen A-Jugend des HSV Weinböhla in der Sach­sen­liga bedurft hätte, die Partie beim HC Fraureuth lieferte sie. Beim 16:30 (7:14) wurde einmal mehr deutlich, dass das Team von Trainer Martin Kovar mit der extrem dünnen Spie­ler­decke kaum Chancen hat, wenn es Ausfälle zu kompen­sieren gilt. Bei den Siegen gegen Plauen halfen B-Jugend-Spieler aus, die diesmal jedoch wegen der fast zeit­gleich laufenden Begegnung in Hoyers­werda nicht zur Verfügung standen.

Und noch etwas fiel auf: Die tech­ni­schen Probleme im Angriff, wenn — wie in Fraureuth — kein Haft­mittel verwendet werden darf. Denn Chancen hatte der HSV genügend, 14 Tore waren die west­säch­si­schen Gastgeber keines­falls besser. Allein die Wurfquote war unter­ir­disch. Der erste HSV-Treffer fiel in der neunten Minute, der zweite in der 20. Die in Fleisch und Blut über­ge­gan­gene Wurf­technik funk­tio­niert ohne Harz nicht, man kann die Bälle nicht so drücken und plat­zieren, wie man es gerne möchte. Somit wurden sie eine leichte Beute des gegne­ri­schen Torhüters oder verfehlten das Gehäuse. Und das setzte eine Spirale in Gang, denn die daraus resul­tie­rende Unsi­cher­heit führte dazu, dass die HSV-Angreifer kaum noch werfen wollten. Wenn dann auch noch Pech hinzu kommt und sechs Bälle an der Torum­ran­dung landen, ist die Nieder­lage auch in dieser Höhe leicht erklärt.

Aber es gab auch Positives zu berichten. Die HSV-Abwehr arbeitete weit­ge­hend ordent­lich und ließ verhält­nis­mäßig wenig zu. Dazu trug auch Torhüter Max Schietzel bei, der mehrfach gut parierte und auch zwei Straf­würfe abwehren konnte. Sein Pech: Die Abpraller landeten stets beim Gegner, der sie dann im Nach­setzen verwan­delte. Hier sollte seitens der HSV-Abwehr künftig besser reagiert werden.

Ange­sichts der sich abzeich­nenden Nieder­lage nutzte Kovar die Schluss­vier­tel­stunde zu einem takti­schen Expe­ri­ment. Für Schietzel rückte Jonas Werner als spie­lender Keeper ins Tor, womit im Angriff fortan sieben Spieler für Gefahr sorgen konnten. Das funk­tio­nierte teilweise gut. Aller­dings war offen­sicht­lich, dass man beim HSV für diese Spiel­taktik noch kein großes Verständnis und entspre­chende Spielzüge hat.

Der HSV spielte mit: Max Schietzel (Tor), Jonas Werner (6/3), Franz Schrader (3), Justin Zschocke (3), Edwin Claus (2/1), Philip Büttner (1), Maximilian Müller (1), Tobias Clauß, Willi Rodig