Männliche A-Jugend » Sachsenliga · Saison 2018/19

Haftmittelverbot offenbart Angriffsprobleme

12. Spieltag | Samstag, 13. Januar 2019
HC Fraureuth gegen HSV Weinböhla | 30:16 (14:7)

Veröffentlicht am Freitag, 1. Februar 2019 · Autor: Uta Büttner

Nach den beiden Erfolgen gegen Plauen wollte die männliche A-Jugend des HSV Weinböhla auch in Fraureuth den Aufwärtstrend fortsetzen. Angesichts von personellen Sorgen sowie Problemen wegen des Haftmittelverbots in der dortigen Halle wurde dieser aber gebremst.

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Bester Werfer Jonas Werner. Foto: Kai Stiegel

Wenn es noch einer Erklärung für die schwankenden Leistungen der männlichen A-Jugend des HSV Weinböhla in der Sachsenliga bedurft hätte, die Partie beim HC Fraureuth lieferte sie. Beim 16:30 (7:14) wurde einmal mehr deutlich, dass das Team von Trainer Martin Kovar mit der extrem dünnen Spielerdecke kaum Chancen hat, wenn es Ausfälle zu kompensieren gilt. Bei den Siegen gegen Plauen halfen B-Jugend-Spieler aus, die diesmal jedoch wegen der fast zeitgleich laufenden Begegnung in Hoyerswerda nicht zur Verfügung standen.

Und noch etwas fiel auf: Die technischen Probleme im Angriff, wenn – wie in Fraureuth – kein Haftmittel verwendet werden darf. Denn Chancen hatte der HSV genügend, 14 Tore waren die westsächsischen Gastgeber keinesfalls besser. Allein die Wurfquote war unterirdisch. Der erste HSV-Treffer fiel in der neunten Minute, der zweite in der 20. Die in Fleisch und Blut übergegangene Wurftechnik funktioniert ohne Harz nicht, man kann die Bälle nicht so drücken und platzieren, wie man es gerne möchte. Somit wurden sie eine leichte Beute des gegnerischen Torhüters oder verfehlten das Gehäuse. Und das setzte eine Spirale in Gang, denn die daraus resultierende Unsicherheit führte dazu, dass die HSV-Angreifer kaum noch werfen wollten. Wenn dann auch noch Pech hinzu kommt und sechs Bälle an der Torumrandung landen, ist die Niederlage auch in dieser Höhe leicht erklärt.

Aber es gab auch Positives zu berichten. Die HSV-Abwehr arbeitete weitgehend ordentlich und ließ verhältnismäßig wenig zu. Dazu trug auch Torhüter Max Schietzel bei, der mehrfach gut parierte und auch zwei Strafwürfe abwehren konnte. Sein Pech: Die Abpraller landeten stets beim Gegner, der sie dann im Nachsetzen verwandelte. Hier sollte seitens der HSV-Abwehr künftig besser reagiert werden.

Angesichts der sich abzeichnenden Niederlage nutzte Kovar die Schlussviertelstunde zu einem taktischen Experiment. Für Schietzel rückte Jonas Werner als spielender Keeper ins Tor, womit im Angriff fortan sieben Spieler für Gefahr sorgen konnten. Das funktionierte teilweise gut. Allerdings war offensichtlich, dass man beim HSV für diese Spieltaktik noch kein großes Verständnis und entsprechende Spielzüge hat.

Der HSV spielte mit: Max Schietzel (Tor), Jonas Werner (6/3), Franz Schrader (3), Justin Zschocke (3), Edwin Claus (2/1), Philip Büttner (1), Maximilian Müller (1), Tobias Clauß, Willi Rodig