1. Frauenmannschaft » Verbandsliga Staffel Ost · Saison 2019/2020

Für Hinspielniederlage revanchiert

12. Spieltag | Sonntag, 6. Januar 2018
HC Sachsen Neustadt-Sebnitz gegen HSV Weinböhla | 17:23 (11:12)

Veröffentlicht am Montag, 7. Januar 2019 · Autor: Dirk Rostig

Durch eine starke Abwehr gelingt der Weinböhlaer Sieben ein wohl nicht ganz so erwarteter Auswärtserfolg beim ehemaligen Sachsenligisten HC Sachsen.

Pia Hommel, HSV Weinböhla, Verbandsliga Staffel Ost Frauen, Saison 2018/19, HC Sachsen

Pia erzielte neun Tore und war damit Torschützenbeste des Spiels.

Foto: Dirk

Mit einem starken Endspurt und einer kaum über­wind­baren Abwehr sichern sich die HSV-Frauen am ersten Spieltag im neuen Kalen­der­jahr zwei ganz wichtige Punkte. Mit dem Punkt­ge­winn in Neustadt konnten sie sich nicht nur für die 21:27-Hinspielniederlage revan­chieren, sondern mindes­tens je ein Spiel gegen die drei ehema­ligen Sachsenliga-Absteiger für sich entscheiden. Mit nun 13:11 Punkten rücken sie auf das Verfol­ger­feld aus Görlitz (3.), Klotzsche (4.), Meißen (5.) und eben den gestrigen Gegner Neustadt (6.) auf, die allesamt 14 Plus­punkte haben.

Bis die nächsten zwei Punkte bejubelt werden konnten, mussten sich die Wein­böhlae­rinnen ordent­lich ins Zeug legen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Von Beginn an versuchten die Haus­frauen durch (über)aggressive Abwehr­ar­beit Bälle zu erobern und sich Respekt zu verschaffen.
Aller­dings zeigten sich die Gäste von der als »in der Sach­sen­liga normalen« bezeich­neten Härte nicht beein­druckt, sodass in der ersten Halbzeit noch kein Favorit auszu­ma­chen war. Nach der Zwei-Tore-Führung durch die Gäste (3:5/9.) über­nahmen die Gast­ge­be­rinnen die Führung (7:6/14.) und bauten diese aus (10:7/20.), mussten aller­dings bereits zu diesem Zeitpunkt die ersten Zwei-Minuten-Strafen einste­cken. Bis zum Seiten­wechsel war auch der HSV wieder im Spiel, der mit vier Toren in Folge (10:11/26.) wieder vorlegte und diesen knappen Vorsprung auch mit in die Pause nahm (11:12).

Wie schon zuletzt verschliefen die Wein­böhlae­rinnen den Start in die zweite Halbzeit. Denn es waren die Gäste, die binnen der nächsten elf Minuten auf drei Tore davon­zogen (16:13). Und als Neustadt-Sebnitz per Strafwurf den 17. Treffer in der 42. Minute verwan­delte, schien das Spiel für die Heim­sieben zu kippen.
Diese hatte aller­dings die Rechnung ohne die Gäste gemacht. Denn wie sich heraus­stellen sollte, war dies gleich­zeitig der letzte Treffer der Gast­ge­be­rinnen. In den letzten 18 Minuten gelang der Mann­schaft vom ehema­ligen Wein­böhlaer Trainer Bernd Berthold – auch vom Straf­punkt – kein Torerfolg mehr. Trotz zahl­rei­cher und teilweise längeren Unter­bre­chungen – gute Besserung an die zwei Verletzten!! – tat es dem Spiel kein Abbruch. Statt­dessen war es der HSV, der Tor um Tor aufholte (17:17/48.) und das Spiel so für die letzten zehn Minuten offen ließ.
Diese hielten dann noch zwei rote Karten für die Haus­her­rinnen (jeweils 3xZwei-Minuten-Strafen) bereit. Der HSV hatte nun den längeren Atem und legte noch sechs Tore nach. Am Ende gewinnen die Gäste das umkämpfte – die Gast­ge­be­rinnen kassierten zehn(!), die Gäste vier Zeit­strafen – Spiel verdient mit 17:23.

»Jeder hat für jeden gekämpft, wir haben uns nicht unter­kriegen lassen«, so Mann­schaft­ver­ant­wort­li­cher Nick Damme nach dm Spiel. Und Trainer Micha Becker stimmt zu: »Anja hatte eine bären­starke Schluss­vier­tel­stunde, zusammen mit dem Abwehr­ver­bund trieben sie die Neustäd­te­rinnen zur Weißglut. Am Ende hat sich die Mann­schaft den Erfolg absolut verdient.«

Bleibt das Fazit vom Spieltag: Auch ein ster­bender Schwan, der angeblich nur wild übers Parkett rennt, kann Favoriten zu Fall bringen.

Jetzt haben die HSV-Frauen einen Monat Zeit um sich auf das nächste Spiel vorzu­be­reiten. Am ersten Februar-Wochenende erwarten sie den VfL Meißen zum Derby in der Nass­au­halle Weinböhla.

Der HSV spielte mit: Anja Rostig und Susann Bäckert im Tor; Denise Hofmann (1), Kathleen Klos (1), Victoria Münzberg (3), Pia Hommel (9/5), Theresa Mögel (3/1), Odett Smogalski (1), Lisa Kaufmann, Franziska Klug (3), Anke Lipsky (2/1)