Männliche B-Jugend » Sachsenliga · Saison 2022/2023

Charaktertest bestanden

10. Spieltag | Samstag, 11. Januar 2020
SV Koweg Görlitz gegen HSV Weinböhla | 21:23 (14:15)

Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2020 · Autor: Uta Büttner

Erheblich ersatzgeschwächt reiste der HSV Weinböhla nach Görlitz. Der Sieg war kaum zu erwarten.

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Die glorreichen Acht. Foto: Andreas Horn

Die männliche B-Jugend des HSV Weinböhla hat nachgewiesen, dass ihr Platz in der Spitzengruppe der Sachsenliga kein Zufall ist. Zum Beginn der Rückrunde kam das Team von Trainer Martin Kovar bei Koweg Görlitz zu einem 23:21 (15:14)-Erfolg und kletterte vor dem Qualifikationsturnier zur Mitteldeutschen Bestenermittlung auf Rang zwei. Es war ein Sieg, mit dem man angesichts der prekären Personalsituation nicht rechnen konnte. Wegen des fast zeitgleich laufenden A-Jugend-Spiels und insgesamt sechs krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen war der HSV nur mit acht Spielern nach Görlitz gereist, von denen Luca Schumann ausschließlich bei Strafwürfen eingesetzt werden konnte. Torhüter Franz Horn agierte erstmals als Rechtsaußen, zudem verletzte sich Linus Duroldt bereits in der Anfangsphase und spielte danach sichtlich gehandicapt durch. Keine guten Voraussetzungen, die die engagierten Gastgeber für sich nutzen wollten.

Doch der HSV hatte Gegenmittel. Man agierte kräftesparend, verzichtete weitgehend auf schnelle Gegenstöße, spielte die Angriffe lange aus und suchte damit die Lücken. Diese taten sich auf, weil vornehmlich Philipp Heyne und Carlos Lorenz immer wieder zwei Gegenspieler auf sich zogen. In der Abwehr arbeitete das in dieser Formation noch nie so zusammen aufgelaufene Team stark. Immer wieder wurden Görlitzer Würfe aus dem Rückraum geblockt, man half sich untereinander und bewies damit Teamgeist.

Der Wille, die gute Ausgangsposition nach der Hinrunde nicht durch eine Niederlage beim Sachsenliga-Neuling kaputt zu machen, war in jeder Phase der Begegnung zu spüren. Auch als Koweg nach der Pause aggressiver verteidigte und sich die HSV-Spieler immer wieder festliefen, gab es kein Resignieren. Im Gegenteil: Man suchte selbstständig nach Lösungen und fand sie, weil jeder an seine persönlichen Grenzen und darüber hinaus ging. In der umkämpften Schlussphase erwies sich dann auch noch Torhüter Lucas Schmidt als der große Rückhalt, parierte reihenweise die Würfe der stark kämpfenden Görlitzer. Damit gab er seinen Vorderleuten die Sicherheit, die sie brauchten, um den knappen Vorsprung sicher über die Zeit zu bringen.

Fazit: Der HSV hat den Charaktertest bestanden. Teamgeist gepaart mit Selbstbewusstsein und individueller Klasse brachten den kaum für möglich gehaltenen Erfolg, der dem Team weiter Sicherheit verleihen sollte.

 

Der HSV spielte mit: Lucas Schmidt (Tor), Philipp Heyne (8), Carlos Lorenz (8), Simon Voss (3), Linus Duroldt (1), Franz Horn (1), Luca Schumann (1/1), Artur Steinicke (1)