Weinböhla feiert 90 Jahre Handball

Veröffentlicht am Donnerstag, 23. August 2018 · Autor: Dirk Rostig

Am ASamstag stand die Nassauhalle im Zeichen »90 Jahre Handball in Weinböhla«. Bereits am Vormittag startete der Nachwuchs mit Spielen gegen Banik Most, als Highlight empfingen die Männer den tschechischen Vertreter TJ Chodov Praha.

90 Jahre Handball, HSV Weinböhla,

Die Verbandsliga-Männer zusammen mit den Männern von Prag Chodov.

Foto: Dirk Rostig

Sportlich gesehen war der Samstag in Weinböhla eher durch­wachsen, aber im Ganzen doch eher schöne Werbung für den Hand­ball­sport in der Region. Die Nass­au­halle stand am Samstag ganz im Zeichen der Feier­lich­keiten zu »90 Jahre Handball in Weinböhla«. Bereits vormit­tags standen die ersten Jugend­spiele an, als Highlight empfingen die Verbandsliga-Männer den tsche­chi­schen Vertreter TJ Chodov Praha, Vorjah­res­vize der Liga I.

Spiele der Sachsenliga-Jugend am Vormittag

Am Vormittag bestritten die B- und A-Jugendmannschaften des HSV Weinböhla je ein Spiel gegen die B-Jugend von HK Banik Most. Beide Wein­böhlaer Nach­wuchs­teams werden in der kommenden Spielzeit in der Sach­sen­liga starten, sodass die Spiele von Trainer Martin Kovar zur Saison­vor­be­rei­tung genutzt wurden. Zusätz­lich sind in beiden Teams neue Spieler nach­ge­rückt bzw. dürfen einige in beiden spielen und müssen ins bestehende Mann­schafts­ge­füge inte­griert werden. Während sich die B-Jungs, die im Mai die Quali­fi­ka­tion für Sachsens höchste Spiel­klasse ohne Nieder­lage geschafft haben am Ende geschlagen geben mussten, konnten die 17 bzw. 18jährigen ihr Spiel anschlie­ßend knapp gewinnen. Dabei konnten die B-Jugendlichen über lange Zeit das Spiel offen gestalten, indi­vi­du­elle Fehler wurde durch Teamgeist ausge­gli­chen. Erst kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit gelang es den tsche­chi­schen Gästen erstmals mit drei Toren in Führung zu gehen. Diese bauten sie dann in der zweiten Hälfte weiter aus und gewannen am Ende mit 17:22.

Anders sah es hingegen im Anschluss aus: Der HSV legte von Beginn an mit Tempo vor und setzte sich bis zur Pause auf fünf Tore ab. Aller­dings zog in Halbzeit zwei der Schlen­drian ein und die Gäste, denen das vorher­ge­hende Spiel noch in den Knochen steckte, konnten selbst in Führung gehen (15:16). Dank der gut aufge­legten Torhüter blieben die Wein­böhlaer aber im Spiel und konnten am Ende knapp aber verdient gewinnen (19:18).

Männliche B-Jugend gegen Banik Most

Männliche A-Jugend gegen Banik Most

Frauen empfangen Bundesligisten

Mit dem HC Rödertal hat der HSV Weinböhla bzw. damals noch die Abteilung Handball des TuS Weinböhla eine spezielle Verbin­dung: In der Saison 2008/09 gingen beide Mann­schaften eine Spiel­ge­mein­schaft ein. Die erste Mann­schaft der SG Rödertal/Weinböhla startete in der Sach­sen­liga und stieg in die Mittel­deut­sche Oberliga auf. Die Spiel­ge­mein­schaft war danach schnell Geschichte, aber in den folgenden Jahren ging es für die »Bienen« bis in die 1. Bundes­liga, aus der sich die Groß­röhrs­dör­fe­rinnen aller­dings nach nur einer Spielzeit wieder verab­schieden mussten.

Der Einladung der Frau­en­mann­schaft nach Weinböhla folgte also eine stark aufspie­lende und inter­na­tional besetzte Truppe. Der Klas­sen­un­ter­schied wurde von Beginn an deutlich, denn die Gäste drückten aufs Tempo, spielten ihre körper­liche Über­le­gen­heit konse­quent aus. Am Ende setzten sie sich stan­des­gemäß gegen das gemischte Wein­böhlaer Frau­en­team mit 7:46 durch.

Sponsoren setzen sich gegen »Allstars« durch

Anschlie­ßend gab es ein nicht ganz so ernstes Spiel der »HSV Weinböhla Allstars» gegen eine Auswahl an Sponsoren. Unter der Leitung vom Wein­böhlaer Hand­ball­ur­ge­stein Hans-Udo Schäfer gewannen die Sponsoren am Ende die 2×15-Minuten-Parite über­ra­schend mit 6:7.

Verbandsliga-Männer halten gegen Prag mit

Die Wein­böhlaer Verbandsliga-Männer erwar­teten zum sport­li­chen Tages­aus­klang mit den Prager Gästen einen echten Prüfstein. Die Prager aus der ersten tsche­chi­schen Liga legten von Beginn an vor, führten schnell mit fünf Toren (2:7). Davon ließen sich die Wein­böhlaer Männer aller­dings nicht beirren und boten nun ihrer­seits dem zahlreich erschie­nenen Publikum einige sehens­werte Aktionen. So konnte der Abstand bis zum Seiten­wechsel von nun an nahezu gehalten werden (9:15).

In den zweiten dreißig Minuten wechselte das Trai­ner­ge­spann Kovar/Gäbler wie schon im ersten Abschnitt munter durch und testete verschie­dene Aufstel­lungen. Mit Felix May und Martin Prokop standen zwei Neuzu­gänge in diesem Spiel erstmals auf der Platte, letzterer konnte sich gleich dreimal in die Torschüt­zen­liste eintragen. Die tsche­chi­schen Gäste zogen zwischen­zeit­lich zwar auf neun Tore davon (13:20), aller­dings gelang es den Haus­herren, bis zum Abpfiff den alten Sechs-Tore-Rückstand wieder­her­zu­stellen. Am Ende mussten sich die Wein­böhlaer Männer mit 23:29 geschlagen geben und waren dennoch zufrieden mit dem Abschneiden.

Nils Gäbler lobte nach Abpfiff vor allem Hinter­mann Tomas Suchy, der die Mann­schaft das ein oder andere Mal rettete. Er stellte aber auch fest: »Für uns war es ein reines Trai­nings­spiel. Vieles funk­tio­niert schon sehr gut aber ich und Martin, wir sehen auch, wo noch Sand in Getriebe ist. Fein­heiten und Abstim­mungen müssen in der nächsten Zeit noch ange­gangen werden, immerhin steht nächste Woche schon der erste Pflicht­termin auf dem Programm.«

Für die Hand­baller und Fans klang der Abend dann in der Heubühne noch stim­mungs­voll aus. Aber wie Nils Gäbler bereits ange­deutet hat: Am kommenden Wochen­ende steht für beide Verbandsliga-Mannschaften mit der ersten Pokal­runde der erste Pflicht­termin an. Beide Wein­böhlaer Teams haben Heimrecht. Die HSV-Frauen empfangen am Samstag um 16 Uhr Liga­kon­kur­rent Sport­freunde 01 Dresden während die Männer zwei Stunden später Sach­sen­li­gist SG Leipzig III erwartet.